Doo Wop

Bereits in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts begannen sich die Vorläufer des Doo Wop zu entwickeln, eines Musikstils, der im Rahmen von Vocal Groups vorgetragen wurde und vorläufig eine reine Domäne der Afroamerikaner war. Oft wurden die Stücke a capella vorgetragen, d. h. Ohne Instrumentalbegleitung. Einer der Hauptschwerpunkte beim Doo Wop liegt in der Harmonik, die ein besonders wichtiges Element ist. Vier oder fünf Männer sangen in verschiedenen Stimmlagen (Leadsänger, 1. Tenor, 2. Tenor, Bariton und Bass), wobei sie sich in ihren Texten häufig diverser Nonsenssilben bedienten, wie z. B. „Doo Wop“, „Du-Wah“ und Sh-Boom“ oder Shu-Bop“ und dergleichen. Die Ursprünge des Doo Wop lagen irgendwo zwischen Gospel, Jazz, Blues und Barbershop. So richtig los ging es mit dem Doo Wop aber erst 1948 mit den Orioles, die eine Ballade sangen, welche man als das erste echte Doo-Wop-Stück bezeichnen konnte. Ab 1951 kam es zu einem ersten regelrechten Boom des Doo Wop. In den R´n´B-Charts standen The Clovers, The Dominoes und The Five Keys mit ganz oben. Die Doo-Wop-Ära dauerte von 1948 – 63. Erst Mitte der 50er Jahre kamen auch zunehmend Weiße auf den Geschmack und es bildeten sich die ersten gemischten und rein weißen Doo-Wop-Gruppen (ab etwa 1957/58).

Auch im Kino kam Doo Wop zu seinem Recht. Der Kultfilm „American Graffiti“ hatte eine Vielzahl von Doo-Wop-Titeln im Soundtrack aufzubieten, die daraufhin zu echten Hits wurden (ein weiteres Mal). Ebenso gab es Doo-Wop-Sound in dem Streifen „The Wanderers“ zu hören. Sehr zu meinem Bedauern spielte Doo Wop im deutschen Radio der 50er und 60er Jahre so gut wie überhaupt keine Rolle. Die gelegentlich und leider sehr selten gespielten Stücke waren für mich persönlich eine echte Kostbarkeit und ein Genuß für meine Ohren. Ich wusste nicht, um was für einen Musikstil es sich dabei handelte. Meine Eltern, die ich fragte, hatten auch keinen blassen Schimmer. Sie standen, wie ich übrigens selber auch, zu der Zeit auf deutschen Schlager, Freddy Quinn und Peter Kraus und so weiter. Was Doo Wop war, konnten sie mir nicht erklären und sonst auch keiner, den ich kannte. Also behielt und bewegte ich diese feine, äußerst harmonische Musik in meinem Herzen und als die Zeit des Internet kam, machte ich mich sofort auf die Suche nach diesen phantastischen Klängen und siehe da, ich wurde fündig! Ich wurde sogar mehr als fündig. Was ich zu hören bekam, übertraf alle meine Erwartungen und sind noch heute ein unerschöpflicher Quell für einzigartigen Hörgenuss während des Autofahrens.

Einige Beispiele gefällig? Kein Problem, hier bitte…“The Five Keys“ mit „Close Your Eyes“ aus dem Jahr 1955…

…oder den „The Nutmegs“ – „Story Untold“, ebenfalls aus dem Jahr 1955…

…aber wandern wir doch weiter ins Jahr 1958 „Dion & The Belmonts“ und „I Wonder Why“

…und 1964 finden wir diesen Song hier, den man aber eigentlich eher der zwanzigfach gelifteten Cher zuordnen würde, „Betty Everett“ und „The Shoop Shoop Song“…